Die Erkenntnis, dass die bekannten Bodenschätze unseres Planeten endlich sind, ist nicht neu. Schon in den 70er-Jahren hatte der Club of Rome die „Grenzen des Wachstums“ auf unserer Erde mit deutlichen Zahlen aufgezeigt, was den damaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Herbert Gruhl veranlasste, im September 1975 ein Buch herauszugeben mit dem Titel: "Ein Planet wird geplündert – Die Schreckensbilanz unserer Politik ". Er forderte darin die Abkehr von einer auf Massenkonsum zielenden Wachstumspolitik hin zum Verzicht auf Konsumorientierung. Außerdem müsse das Bevölkerungswachstum auf der Erde gestoppt werden, um die Menschen noch weiter ernähren zu können. Das Buch wurde zur Grundlagenliteratur der Grünen, ein "Ökobestseller", der in der Politik eine "Planetarische Wende" einfordert. Gruhl wurde mit seiner "Grünen Aktion Zukunft" einer der Mitbegründer der Grünen, von dennen er sich mit der Gründung der ÖDP schon 1982 absetzte und 1990 schließlich in der rechtskonservativen Organisation der "Unabhängigen Ökologen Deutschlands" (UÖD) Fuß fasste.
Auch heute noch wird sein Buch gerne zitiert und auch von der derzeitigen Bundeskanzlerin hochgeschätzt. Aber es hat sich - fast 40 Jahre später und nach einer Zeit der Regierungsbeteiligung der Grünen - die Lage nur noch verschärft, obwohl politisch unentwegt für Klimaschutz und Ressourcenschonung gesprochen wird und wirtschaftlich opportune mit dieser Argumentation Projekte subventioniert werden. Doch die Politik ist offensichtlich nicht in der Lage, die Plünderung des Planeten zu stoppen und den Massenkonsum zu reduzieren, weil eben gerade der im Zeitalter des Tittytainments nötig ist, um die Überprodukte der Kapitalverwertung, also der Mehrwertproduktion, noch wertgerecht abzusetzen. Das Warenhandelskapital verschiebt sich dennoch zunehmend in das des Finanzkapitals, weil das so genannte Wirtschaftswachstum eben kein Wachstum der Wirtschaft, also der wirtschaftlichen Effizienz ist, sondern den Zwangsläufigkeiten des Wertwachstums folgen muss. Dieses hat sich inzwischen in den Wettcasinos der Börsen zu einer ungeheueren Wolke von fiktivem Kapital, aufgebläht, das immer aggressiver nach Anwendung giert und jedwede Chance nutzt und auch selbst produziert, um seine absterbenden Geldwerte durch "Frischgeld" aus Investitionen oder Arbeitsverschärfungen oder Verschuldungswirtschaft zu ernähren.
Quelle: Wolfram Pfreundschuh
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