Donnerstag, 19. Juni 2014

Fracking

17.06.2014
Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat den jüngsten Vorstoß des Präsidenten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hans Joachim Kümpel, Fracking ein positives Image zu geben, deutlich kritisiert. Der Umweltverband bezeichnet die Äußerungen als einen rein ideologisch motivierten Vorstoß, der keine naturwissenschaftliche Basis besitzt. Ohne neue Fakten auf den Tisch zu legen, hatte der BGR-Präsident Fracking als praktisch risikolose Technik bezeichnet. Der BBU wirft der BGR vor, Erkenntnisse aus den USA, Schadensereignisse aus der Vergangenheit und die internationale Fachliteratur bewusst auszublenden.
Als grob irreführend bezeichnet der BBU dabei die beschönigende Aussage des BGR-Präsidenten, Fracking sei in Deutschland in über 50 Jahren in mehr als 320 Fällen angewandt worden; „dabei habe man Erfahrungen gewonnen.“
Oliver Kalusch, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt: „BGR-Präsident Kümpel wirft Nebelkerzen. Ein systematisches Monitoring, eine Überprüfung der Frac-Vorgänge und eine unabhängige Auswertung von Monitoring-Ergebnissen existieren nicht. Bereits in der Vergangenheit haben Experten immer wieder die Offenlegung angeblicher Daten gefordert. Dies ist die BGR bis heute schuldig geblieben. Die immer wieder vorgebrachten positiven Erfahrungen mit Fracking existieren nicht.“
Der BBU macht darauf aufmerksam, dass dies nicht der erste Vorgang ist, der erhebliche Zweifel an einer seriösen Arbeit der BGR aufkommen lässt .So enthüllte ein Nachrichtenmagazin 2006 eine Studie, gemäß der zwei Erdbeben in Norddeutschland vom Herbst 2004 und Sommer 2005 vermutlich von der Erdgasförderung verursacht wurden. Statt die Studie ernst zu nehmen, an der auch zwei Experten der BGR beteiligt wurden, distanzierte sich die Behörde lieber von den Ergebnissen ihrer eigenen Forscher, dementierte einen Zusammenhang zwischen starken Erdbeben und der Gasförderung und stellte sich somit gegen Deutschlands kompetenteste Erdbebenwissenschaftler.
Für den BBU ist klar, dass die BGR die Augen vor den Gefahren des Frackings systematisch verschließt. Der Umweltverband fordert daher das Bundes-Wirtschaftsministerium auf, einzugreifen und sicherzustellen, dass die Behörde zukünftig nach wissenschaftlichen und nicht nach ideologischen Maßstäben arbeitet.
http://www.bbu-online.de

Umweltschutz in Russland

Die russische Umweltorganisation Ecodefense erhielt gestern einen Untersuchungsbericht des russischen Justizministeriums, in dem die Organisation zum „ausländischen Agenten“ erklärt wird. Nach Gesetzesverschärfungen, die im Jahr 2012 erlassen worden sind, darf die Regierung derart eingestufte zivilgesellschaftliche Organisationen stärker überwachen, ihnen durch zusätzliche Kontrollen das Leben schwer machen und somit ihre demokratischen Grundrechte maßgeblich beschneiden. 
Ecodefense wehrt sich gegen diese Form der Repression: „Wir haben in unserer ganzen Geschichte Entscheidungen stets mit unseren Mitgliedern getroffen und nie die Interessen ausländischer Gruppen oder Organisationen vertreten. Aus Prinzip haben wir uns niemals in Parteipolitik eingemischt, bei der es aus unserer Sicht nur darum geht, politische Macht zu gewinnen“, erklärt Vladimir Slivyak, einer der Gründer der Organisation.
„Die Entscheidung des Justizministeriums hängt wohl maßgeblich mit unserer Kampagne gegen den Bau eines Atomkraftwerkes in der Nähe der Stadt Kaliningrad zusammen“, schlussfolgert Slivyak. Diese war so erfolgreich, dass die Pläne im vergangenen Jahr gestoppt worden sind. Noch im April 2013 hatte eine Untersuchung des Generalbundesanwalts die Arbeit von Ecodefense als unbedenklich eingestuft. Nachdem wenig später der Bau des baltischen Atomkraftwerks aufgegeben werden musste, änderte sich plötzlich diese Sicht. „Zwischen 2013 und heute hat Ecodefense seine Arbeitsweisen und –methoden aber nicht verändert. Deshalb sehen wir die Einstufung als ‚ausländischer Agent’ durch das Justizministerium als Racheakt für eine erfolgreiche Anti-Atom-Kampagne. Wir sind somit quasi ein Opfer unseres eigenen Erfolgs“, so Slivyiak. 
„Unsere öffentlichen Aktionen und Erklärungen gegen den Bau des baltischen Atomkraftwerks zielen auf den Schutz des Rechts russischer Bürger auf eine gute Umwelt, wie sie die russische Verfassung vorsieht. Wir bedauern, dass die Regierenden sich nun für diese Repressionen entschieden haben und werden unseren Ruf, wenn nötig, vor Gericht verteidigen“, kündigt Slivyak an.
Die Umweltorganisation urgewald arbeitet seit Jahren eng mit Ecodefense zusammen und verurteilt die Repressionen, die die Existenz der Organisation bedrohen können. „Ecodefense leistet durch seine sachlich fundierte und sehr couragierte Arbeit unter schwierigen Bedingungen einen wertvollen Beitrag zum Aufbau einer funktionierenden Zivilgesellschaft. Wir fordern Bundestag und Bundesregierung auf, sich bei der russischen Regierung gegen derartige Repressionsmaßnahmen auszusprechen und sich konsequent für die Wahrung der demokratischen Grundrechte einzusetzen“, so Regine Richter von urgewald.
http://urgewald.org/presse/russische-umweltorganisation-wegen

Mittwoch, 18. Juni 2014

Gentechnik: EU-Parlament muss Ausstiegs-Betrug stoppen

15.06.2014
Zur Abstimmung über neue EU-Regeln für Gentechnik-Pflanzen und nationale Anbauverbote im EU-Umweltministerrat in Luxemburg erklärt Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik von Bündnis 90/Die Grünen:
Im Schatten des WM-Auftakts hat die Merkel-Regierung heute gemeinsam mit der Mehrzahl der EU-Staaten den Gentechnik-Ausstiegs-Betrug ganz nach den Plänen der Konzernlobby abgesegnet. Was die Umweltminister in Luxemburg heute als großen Wurf und mühsam errungene Einigung feiern, bedeutet in Wahrheit den Anfang vom Ende der Gentechnikfreiheit in Europa - wenn es so umgesetzt wird.
Der heute beschlossene EU-Vorschlag erfüllt nicht einmal die von der Großen Koalition beschlossenen völlig unzureichenden Minimalanforderungen. Gentechnikfreie Staaten würden zu Bittstellern bei den Konzernen - das ändert sich auch nicht dadurch, dass die EU-Kommission quasi als Postbote zwischengeschaltet wird. Außerdem zweifeln Experten, darunter der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages, an der Klagefestigkeit der neuen Ausstiegsgründe. Es ist erschreckend, dass Umweltministerin Barbara Hendricks dennoch den EU-Entwurf als ,,klare, eindeutige rechtliche Regelung" bezeichnet und die begründete Kritik von Umwelt- und Ökoverbänden als ,,falsche Wahrnehmung" abtut.
Zum Glück ist jetzt erst einmal das EU-Parlament am Zug. Wir setzen darauf, dass sich die Abgeordneten auf ihren eigenen, sehr guten Entwurf für eine Neuregelung der europäischen Gentechnik-Zulassungen von 2011 zurückbesinnen und entsprechende Änderungen durchsetzen. Gegen Gentech-Pflanzen brauchen wir in ganz Europa endlich rechtssichere Anbauverbote und verschärfte Zulassungsregeln, die auch sozio-ökonomische Folgen berücksichtigen.
Denn was uns heute als ,,Ausstieg" aus der Gentechnik verkauft werden soll, dient in Wahrheit nur dazu, Monsanto und Konsorten endlich den Weg für Genmais und weitere Laborgewächse in großem Stil auf Europas Äcker zu bereiten. Das Kalkül der Großkonzerne: Als Gegenleistung für die Möglichkeit nationaler Ausnahmen sollen die betroffenen Staaten den ,,Zulassungsstau" in der EU bei Gentechpflanzen auflösen. Luxemburg hat das heute im Ministerrat genauso kritisiert und dem Ausstiegs-Betrug nicht zugestimmt. Daran hätte sich Deutschland ein Beispiel nehmen müssen. Denn vor dem Anbau steht die Zulassung - und die gilt es zu verhindern! Wer wirklich keine Gentechnik will, der lässt sie gar nicht erst zu.
http://www.gruene-bundestag.de

Für ein frackingfreies Deutschland

https://secure.avaaz.org/de/petition/Frackingfreies_Deutschland

Samstag, 14. Juni 2014

Treibhausgase

Die CO2-Konzentration erreicht Rekordwerte, aber die Öffentlichkeit wird weiter in die Irre geführt! Die Kohlendioxid-Werte über der Nordhalbkugel lagen im April dauerhaft über 400 Teilen pro Million. Ein neuer Negativ-Rekord. 
Alle reden und schreiben über die Industrie, Busse und LKWs. Nur der Hauptverursacher wird nicht einmal erwähnt: 
Die „Nutztierindustrie“ und ihre Produktion von Fleisch und Milch ist durch den Ausstoss von Treibhausgasen wie Methan und CO2 noch vor dem gesamten globalen Verkehr (PKW, LKW, Schiffe, Flugzeuge) der Hauptverursacher der globalen Erwärmung und damit der Klimakatastrophe. Das renommierte WorldWatch Institute hat am 21.10.2009 eine Studie über die Bedeutung der Tierhaltung und des Konsums tierlicher Produkte für den Klimawandel veröffentlicht. Demnach ist der Konsum von Fleisch, Milch und Eiern für mindestens 51 % der weltweiten von Menschen ausgelösten Treibhausgasemissionen verantwortlich!
Und warum erwähnt niemand den Hauptverursacher des Klimawandels? Weil so gut wie alle in Wissenschaft, Journalismus und Politik Tierprodukte konsumieren. Man kann ja schlecht die Tierprodukte als Hauptschuldige benennen, wenn man anschliessend selbst gefragt werden könnte, wie man es selbst mit dem Konsum von Tierprodukten hält. Offenbar ist es psychologisch besser erträglich, die wesentlichen Fakten zu verschweigen bzw. irreführend darzustellen, als ein vorsätzlicher und skrupelloser Klimavernichter entlarvt zu werden, der zwar die Tierprodukte als Hauptursache des Klimawandels benennt, gleichzeitig aber durch den Konsum von Tierprodukten dafür verantwortlich ist, dass die Welt für die nachfolgenden Generationen ruiniert wird.
http://www.wiwo.de/technologie/umwelt/treibhausgas-co2-konzentration-erreicht-rekordwerte/9953862.html